Jährlicher Workshop des Arbeitskreises Labour Geography
Der Kampf um rechtliche Anerkennung, Arbeitsrechte und die Überschneidung mit regulatorischen Regimen spielen eine Schlüsselrolle bei vielen Kämpfen zur Durchsetzung der Interessen von Arbeiter*innen. Nach Jahrzehnten neoliberaler Reformen verstärken sich solche Kämpfe derzeit, da Arbeiter*innenbewegungen weltweit durch autoritäre politische Projekte unter Druck geraten. Prozesse wie die Fragmentierung der Arbeit, Formen des algorithmischen Managements und weit verbreitete Angriffe auf Gewerkschaften und das Streikrecht restrukturieren die Arbeitsbedingungen selbst in stark institutionalisierten Arbeitsregimen. Gleichzeitig wird die anhaltende Krise der sozialen Reproduktion durch Angriffe auf öffentliche Ausgaben, Wohlfahrtssysteme und Schutzrechte wie die Regelung zur Länge des Arbeitstages weiter verschärft.
Die Arbeitsgeographie (Labour Geography) – mit ihrem charakteristischen Fokus auf Arbeiter*innenhandeln und die Produktion von Raum – wirft ein Licht auf diese sich verändernden ungleichen Geographien der Arbeit im Kapitalismus. Indem sie sich mit Formen der Herrschaft im Betrieb und darüber hinaus sowie mit den Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Dimensionen sozialer Ungleichheit, dem sozialen Stoffwechsel mit der Natur einerseits und den Arbeits- und Organisationsbedingungen andererseits befasst, trägt die arbeitsgeographische Forschung zur Analyse der aktuellen Situation bei. Allerdings wird das Verhältnis von Arbeit, Recht und Raum in den neueren Debatten der Arbeitsgeographie seltener explizit reflektiert.
Daher widmen wir unseren siebte Jahrestagung des Arbeitskreises in Halle (Saale) diesen Fragen und laden alle Mitglieder und andere interessierte Forscher*nnen herzlich zur Teilnahme ein. Unser Workshop zielt darauf ab, den Austausch und die Vernetzung von Forscher*innen aus dem deutschsprachigen Raum zu fördern, die sich aus raumsensibler Perspektive mit Fragen rund um Arbeit, Arbeiter*innenhandeln sowie soziale Bedingungen und Formen kollektiver Organisierung beschäftigen.
Beiträge
Auf dem Workshop sind Beiträge zu unserem Hauptthema „Arbeit, Recht und Raum“ willkommen, wir freuen uns aber auch über Beiträge, die über diesen Schwerpunkt hinausgehen. Im wiederkehrenden praktischen Teil des jährlichen Workshops widmen wir uns dem Konzept des Organizings und seiner Verbreitung von der betrieblichen Organisierung in die Praxis sozialer Bewegungen und politischer Parteien.
Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich aktiv an der Gestaltung des Programms zu beteiligen. Mögliche Formate sind:
- Präsentation eines Forschungsprojekts (ca. 15 Min. Präsentation / 15 Min. Diskussion),
- Vorschlag eines klassischen oder aktuellen Textes aus dem Bereich der Arbeitsgeographie zur gemeinsamen Diskussion,
- Diskussion einer eigenen Arbeit oder eines Kapitelentwurfs in einer Peer-Feedback-Sitzung.
Beiträge zu Forschungsprojekten in jedem Stadium der Arbeit und von Wissenschaftler*innen aller Karrierestufen sind willkommen. Abstracts für Textdiskussionen sollten kurze Informationen über den Text, die Beweggründe für die Auswahl und die geplanten Diskussionsfragen enthalten.
Bitte reicht eine Zusammenfassung (max. 500 Wörter) bis zum 31. Oktober 2025 über das Online-Anmeldeformular auf dieser Website ein.
Praktisches
Der Workshop beginnt am 29. Januar um 10:00 Uhr und endet am 30. Januar um 16:00 Uhr. Am Abend des 28. Januar findet ein Willkommensessen statt. Die Hauptarbeitssprache des Treffens wird Englisch sein. Einzelne Beiträge oder Sitzungen können jedoch auf Deutsch eingereicht werden. Unser Standort an der MLU bietet einen Eltern-Kind-Raum, der mit einer Betreuungsperson für das Kind genutzt werden kann. Eine Kinderbetreuung können wir leider nicht anbieten.
Für Verpflegung vor Ort wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 20 Euro anfallen.
Der Aufruf zur Anmeldung für Teilnehmer*innen, die keine Beiträge einreichen, wird im November geöffnet.
Fragen zur Tagung oder zu den Räumen können an Yannick Ecker (yannick.ecker (at) geo.uni-halle.de) gestellt werden.
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!
Lokale Orga-Gruppe: Boris Michel, Yannick Ecker
und Orga-Unterstützungsgruppe: Mariana Gomes, Tanja Potezica, Pedro José Salguero González, Janika Kuge, Michaela Doutch, Oliver Pye, Stephan Liebscher