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Resiliente Stadt-Umland-Regionen - sozial-ökologische Transformationsprozesse in Energieregionen gemeinsam verstehen, integrieren und managen (KoReGio100)

Projekt: KoReGio100

Wie kann eine ganze Region nachhaltig gestaltet werden, wenn sich durch die Energiewende vieles verändert – etwa durch neue Windkraftanlagen oder Wasserstoff-Technologien? Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue Nachwuchsgruppe „KoReGio100“, die jetzt im sogenannten „Clean Energy Valley“ in Schleswig-Holstein ihre Arbeit aufgenommen hat. Diese Nachwuchsgruppe besteht aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), der Humboldt-Universität Berlin und der Arbeitsgruppe Geoökologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und wird für den Zeitraum von fünf Jahren vom Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Hintergrund und Ziele

Die Städte Heide, Rendsburg, Neumünster und Kiel sowie ihre Umlandgemeinden wollen mit der Initiative „Clean Energy Valley“ zu einem wichtigen Standort für die Weiterverarbeitung erneuerbarer Energien in Europa werden. Doch der Wandel bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue Herausforderungen: Wer darf künftig welche Flächen nutzen? Wie bleibt die Region für alle lebenswert? Welche ökologischen Leistungen werden durch die Energiewende beeinflusst? Und wo genau soll die Reise eigentlich hin gehen? Hier setzt die Nachwuchsgruppe KoReGio100 an. Sie richtet ein sogenanntes Reallabor ein – ein Ort, an dem Forschung und Praxis Hand in Hand arbeiten. Ziel ist es, gemeinsam mit Menschen aus der Region Wege zu finden, wie sich Stadt und Land besser zusammen gestalten lassen – nachhaltig, gerecht und offen für neue Ideen.

Teilziele (fakultativ)

„Am ZALF untersuchen wir, wie soziale Konflikte bearbeitet werden können, die rund um das Clean Energy Valley entstehen“, erklärt Dr. Meike Fienitz, die die Nachwuchsgruppe gemeinsam mit Dr. Katrin Martens von der Humboldt-Universität zu Berlin leitet. „Entscheidend ist, dass die Menschen vor Ort aktiv mitgestalten können – wir setzen deshalb auf einen Co-Design-Ansatz.“ Die Arbeitsgruppe Geoökologie bearbeitet dabei insbesondere die Aushandlung von Konflikten um natürliche Ressourcen zwischen Akteuren des Energiesektors und der Bevölkerung vor Ort. Im Fokus steht die Erfassung, Analyse und Modellierungen von Veränderungen der vielfältigen Leistungen von Ökosystemen.

Was andere Regionen von KoReGio100 lernen können

Die Nachwuchsgruppe entwickelt nicht nur Lösungen für das Clean Energy Valley – sie will auch herausfinden, wie solche Veränderungen in anderen Regionen gut begleitet werden können. Dafür erarbeitet das Team neue Werkzeuge und Methoden, um soziale, ökologische und wirtschaftliche Interessen miteinander in Einklang zu bringen. Das Besondere: KoReGio100 verknüpft verschiedene Themen – vom Schutz der Umwelt über gesellschaftliche Teilhabe bis zur regionalen Wirtschaft. Die Ergebnisse sollen deshalb auch Kommunen, Unternehmen und Initiativen helfen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Was passiert mit dem neuen Wissen?

Das Team will in den kommenden fünf Jahren konkrete Empfehlungen für die Praxis erarbeiten:

  • Wie können Kommunen Beteiligung besser organisieren?
  • Welche Strategien helfen, um Spannungen zu verringern?
  • Und wie können solche Prozesse langfristig begleitet werden?

Klar ist schon jetzt: Die Energiewende wird nur gelingen, wenn sie nicht über die Köpfe der Menschen hinweg geschieht, sondern gemeinsam gestaltet wird.

BMFTR-Nachwuchsgruppen sind Teams junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die besonders innovative Ideen haben und eigenverantwortlich ein Thema erforschen dürfen – meist direkt nach der Promotion. Ziel ist es, frische Impulse in die Forschung zu bringen und gleichzeitig den eigenen wissenschaftlichen Weg weiterzuentwickeln.