Sedimentäre Rhythmen treten auf verschiedenen Zeitskalen auf, von astronomischen Milankovitch-Zyklen bis hin zu saisonalen, täglichen und sub-täglichen (Gezeiten-)Zyklen. Die Entschlüsselung dieser Rhythmen in präkambrischen Sedimentarchiven aus der Erdgeschichte könnte unser Verständnis von Sedimentationsmilieus unter Bedingungen, die sich dramatisch von den heutigen und sogar von denen des Phanerozoikums unterscheiden (z. B. geringer Gehalt an freiem Sauerstoff in der Atmosphäre, kein komplexes Leben, schwache junge Sonne, Beginn der Plattentektonik), erheblich verbessern. Präkambrische Sedimentzyklen sind entscheidend für die quantitative Eingrenzung der Geschichte unseres Sonnensystems, einschließlich der Wechselwirkungen zwischen Erde und Mond. Trotz des Potenzials für bahnbrechende Erkenntnisse ist die Identifizierung von Milankovitch- und Gezeitenzyklen im präkambrischen Archiv aufgrund der begrenzten zeitlichen Kontrolle (z. B. fehlende radioisotopische Datierungen) und der Seltenheit hochwertiger Datensätze eine Herausforderung.
In diesem Projekt versuchen wir, die Sedimentationsrhythmen der 3,2 Milliarden Jahre alten Moodies-Gruppe im Barberton Greenstone Belt in Südafrika und Eswatini zu entschlüsseln. Wir nutzen dazu eine Kombination aus Felddaten und neu gewonnenen Bohrkernen des ICDP-BASE-Projekts. Die nahezu perfekte Kontinuität dieser Kerne ermöglicht es uns, die Sedimentationsrhythmen über längere Zeiträume zu untersuchen, als dies bisher mit Felddaten allein möglich war.
An der Universität Halle-Wittenberg erforschen wir die in der Moodies-Gruppe erhaltenen Sedimentationsmilieus und -prozesse. Dieser Ansatz erlaubt es uns, die paläoarchaischen Sedimentationsmilieus zu rekonstruieren, das Verhalten fluvialer und flachmariner Systeme in einer Welt ohne makroskopisches Leben und mit einer anderen atmosphärischen Zusammensetzung zu analysieren, den Einfluss der Gezeiten auf Küstengebiete zu erforschen und zu verstehen, wie diese Milieus die frühe Ausbreitung des Lebens ermöglicht haben könnten. Wir konzentrieren uns auf kurzfristige Sedimentationsrhythmen, wie beispielsweise Schwankungen der Flusswassermenge und der Gezeitenströmungsstärke.
Durch die Untersuchung der Sedimentdynamik in vollständigeren distalen Abfolgen unterstützen wir unsere Kollegen an der Universität Münster bei ihrem Bestreben, längerfristige Zyklen, einschließlich potenzieller Milankovitch-Zyklen, in der Moodies-Gruppe zu identifizieren.















