Unter Berücksichtigung der symmetrischen Anlage des gesamten Gebäudekomplexes wurde dessen Innenhof durch einen Weg in zwei gleich große Flächen unterteilt. Das Innere dieses Weges von Haus 2 zu Haus 4 stellt so das Thema „Zeit“ im Sinne der erdgeschichtlichen Entwicklung dar und ist als Zeitstrahl in der jeweiligen Länge der erdgeschichtlichen Epochen vom Präkambrium bis zum Quartär realisiert. Jede Epoche ist mit einem für sie typischen Gesteinsmaterial ausgelegt. Die zugehörigen Altersangaben sind den im Boden eingelassenen Schildern zu entnehmen.
Auf beiden Teilflächen befindet sich Kiesbelag, der links als Symbol der vergangenen Fauna das Gehäuse eines ausgestorbenen Kopffüßers (Holcophylloceras) und auf der rechten Fläche die Form eines Blattes (Sphenophyllum) für die ausgestorbene Flora enthält.
Die Gesteine stammen aus fast allen Regionen Deutschlands. So befindet sich im Geologischen Garten Material aus der näheren Umgebung Halles, dem Harz, dem Flechtinger Höhenzug, aus dem Würzburger Raum, Heilbronn, dem Schwarzwald, Ulm, dem Nördlinger Ries, den Nördlichen Kalkalpen, dem Bayrischen Wald, dem Fichtelgebirge, dem Erzgebirge und dem Thüringer Wald.
Die Gesteine sind in die drei großen Gesteins kategorien – Sedimente, Magmatite und Metamorphite – unterteilt.
Die Magmatite wiederum werden unterschieden in plutonische und vulkanische Exponate. Beide Gesteinstypen sind sowohl durch mafische (dunkle) als auch felsische (helle) Exemplare vertreten. Das schwerste Stück (30 t) kommt aus Bad Berneck (Fichtelgebirge). Dabei handelt es sich um eine basaltische, untermeerisch ausgeflossene Lava, die kissenartige Strukturen (sogenannte Pillows) zeigt.
Unter den plutonischen Vertretern ist der Kösseine-Granit mit seinen bläulichen Feldspäten besonders schön ausgebildet.
Die Sedimente gliedern sich in klastische, chemische und biogene Materialien. Die klastischen Sedimente sind Gesteine, die durch Wasser, Wind oder Eis transportiert wurden und somit je nach Transportmedium unterschiedlich ausgebildet sind. Als Besonderheiten sind hier Brannenburger Nagelfluh aus Brannenburg am Inn und die Sandsteine aus dem Raum Bernburg mit unterschiedlichsten, deutlich ausgebildeten Ablagerungs- und Sedimentstrukturen zu nennen.
Chemische Sedimente werden unter bestimmten Bedingungen aus dem Wasser ausgefällt und abgelagert, wie z. B. der Anhydrit aus Ilfeld. Biogene Sedimente sind häufig ein Mischprodukt aus klastischen oder chemischen Sedimenten. Typisch sind hohe Anteile an fossilem Material, so z. B. der Arieten-Kalk aus dem Lias á (Schwäbische Alb).
Auf dem Feld der metamorphen Gesteine sind Vertreter aus dem kontaktmetamorphen Bereich, wie z. B. der Fruchtschiefer aus Theuma (Erzgebirge), zu finden. Hochmetamorphe Exponate aus dem unteren Niveau der kontinentalen Kruste stammen z. B. aus dem Schwarzwald (Oberharmersbach bei Offenburg) oder aus der Münchberger Gneismasse (Münchberg bei Hof).
Auf einem kleineren Areal sind über 40 Geschiebe aus Skandinavien ausgestellt. Hier findet man vielfältige Materialien von schwachmetamorphen Sedimenten bis hin zu hochmetamorphen, bis zu 2.1 Milliarden Jahren alten Migmatiten.
Ein weiteres Areal beinhaltet anthropogen entstandene Gesteine, wie Verhüttungsprodukte aus dem Kupferschieferbergbau (Mansfelder Land), historische, behauene Bauelemente aus Dresden, der Würzburger Residenz und aus dem Turmbereich des Kölner Doms sowie Exponate des Bergbaus, darunter einen Hunt aus Wimmelburg.
Geologische Besonderheiten bilden ebenso einen speziellen Bereich des Geologischen Gartens. Hier befinden sich mehrere Stücke Suevit aus dem Nördlinger Ries. Dieses durch einen Meteoriten-Impakt entstandene Material ist europaweit einmalig.
Flyer zum Geologischen Garten

Standort des Instituts; im Vordergrund der Geologische Garten. © Dr. J. Erfurt (2005)

Geocaching im Geologischen Garten © Shania Bergmann

© Dr. Thomas Degen

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