Im Rahmen des Aktionsplans der Initiative „Grünes Zentralasien“ (GCA) soll das Projekt GCA-II zur Konfliktprävention beitragen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels in Zentralasien stärken. Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, konzentriert sich das Projekt auf die Stärkung regionaler und nationaler Kapazitäten zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber landwirtschaftlichen Dürren, wobei der Schwerpunkt auf der rechtzeitigen Erkennung, Bewertung und Eindämmung liegt. Dies wird durch eine verbesserte grenzüberschreitende Wasserbewirtschaftung erreicht, die durch die systematische Erfassung, Integration und Bereitstellung umfassender Datensätze und wissenschaftlicher Bewertungen unterstützt wird.
Eine Schlüsselkomponente von GCA-II ist der kontinuierliche Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, der darauf abzielt, das Bewusstsein zu schärfen und evidenzbasierte Entscheidungsprozesse zu stärken. In diesem Zusammenhang unterstützt das Projekt die Entwicklung, Anpassung und Integration digitaler wissenschaftlicher Instrumente in operative und politische Rahmenwerke zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an dessen Folgen in Zentralasien.
Konkret konzentriert sich das Projekt auf:
Anpassung und Integration bestehender nationaler Dürrevorhersage- und Präventionssysteme in Droughtmap-ASB;
- Aktualisierung und Anpassung von Droughtmap-ASB an aktuelle Datensätze und die betrieblichen Anforderungen lokaler Partnerinstitutionen, um eine effektive und nachhaltige Nutzung sicherzustellen;
- Integration verschiedener Tools, Techniken und Datensätze, die im Rahmen des Berlin-Prozesses und des GCA-Rahmenwerks entwickelt wurden, in ein umfassendes Entscheidungshilfesystem für die Dürrevorhersage.
Um eine fundierte Politikgestaltung weiter zu unterstützen, liefert das Projekt komprimierte und politikorientierte Bewertungen und Analysen, wie z. B. Visualisierungen von Droughtmap und ASB-Dürrebulletins, und schließt damit die Lücke zwischen wissenschaftlichen Ergebnissen und politischen Erfordernissen. Darüber hinaus fördert GCA-II die Digitalisierung zentralasiatischer Partnerinstitutionen, indem es ihnen ermöglicht, digitale Tools wie Droughtmap-ASB und WUEMoCA selbstständig zu betreiben und anzuwenden, und unterstützt so langfristige Eigenverantwortung, Nachhaltigkeit und den Aufbau institutioneller Kapazitäten.
Hintergrund und Ziele
Zentralasien steht aufgrund von Dürren vor erheblichen ökologischen Herausforderungen, darunter das Massensterben von Nutztieren, Wasserknappheit für die Bewässerung und Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung. Diese Probleme werden durch Veränderungen der Niederschlagsmuster noch verschärft, die zu erhöhtem Abfluss und Wasserknappheit führen. Die Verschlechterung des Zustands des Aralsees hat das Mikroklima und die Gesundheit der Menschen in der Region weiter beeinträchtigt und wirkt sich auf die landwirtschaftliche Produktivität und die Gesundheit des Viehbestands aus. Darüber hinaus verschärfen unkoordinierte nationale Strategien und eine geringe Wassereffizienz die Herausforderungen im Bereich der Wasserressourcenbewirtschaftung und führen zu Konflikten und politischen Spannungen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer verbesserten Entscheidungsfindung im Umweltbereich, insbesondere im Hinblick auf das Dürremanagement.
Deutschland hat maßgeblich zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den zentralasiatischen Ländern bei der Entwicklung gemeinsamer nationaler Umweltaktionspläne beigetragen. Diese Initiative im Rahmen des Berlin-Prozesses und des Projekts „Green Central Asia“ betont das gegenseitige Vertrauen und die Inklusivität zwischen den grenzüberschreitenden Nationen. Die Martin-Luther-Universität (MLU) hat zur Bewertung der landwirtschaftlichen Dürre und zu Frühwarnsystemen für die gesamte Region Zentralasien beigetragen, mit dem Ziel, das Dürrerisikomanagement zu verbessern und die Entwicklung von Dürrevorbereitungsplänen zu unterstützen.
Teilziele
- Entwicklung von technischem Material für das Droughtmap-ASB-Tool und dessen Online-Verfügbarkeit;
- Bereitstellung historischer Dürreinformationen, d. h. Dürrebulletins auf saisonaler Basis;
- Umstellung des Dürre-Tools von MODIS-Daten auf Sentinel-3-Daten;
- Verfügbarkeit und Auswertung von Daten sowie Überprüfung ihrer Eignung für die Berechnung weiterer Dürreindikatoren;
- Schätzung und Implementierung der Dürreindikatoren im Droughtmap-ASB-Tool;
- Einbindung weiterer Datenebenen und Basiskarteninformationen in Droughtmap-ASB.
Methodischer Ansatz
Die vorgeschlagene Methodik von GCA-II lässt sich wie folgt strukturieren:
Anpassung an nationale Regulierungsformate: Der erste Schritt umfasst die notwendigen Anpassungen, um eine bessere Übereinstimmung mit den nationalen Regulierungsformaten zu gewährleisten. Dazu gehört die Modifizierung des Instruments, um den spezifischen Anforderungen und Standards der nationalen Regulierungsbehörden zu entsprechen.
Einbeziehung zusätzlicher Dürreindikatoren: Um die Fähigkeiten des Tools zur Identifizierung von von Dürre betroffenen landwirtschaftlichen Regionen zu verbessern, werden zusätzliche Dürreindikatoren integriert. Diese Indikatoren zielen speziell auf regenbewässerte Landwirtschaftsgebiete ab und ermöglichen eine umfassendere Bewertung der Auswirkungen von Dürren.
Erweiterung des Überwachungsgebiets: Das Überwachungsgebiet wird auf benachbarte Regionen ausgedehnt. Diese Erweiterung wird die geografische Abdeckung des Tools vergrößern und ein ganzheitlicheres Verständnis der Dürredynamik in verschiedenen Regionen ermöglichen.
Integration einer erweiterten Informationsanzeige: Erweiterte Informationen, wie nationale und regionale Basiskarten zur Wasserversorgung und -nutzung, werden in die Benutzeroberfläche des Tools integriert. Diese Funktion soll eine bessere Entscheidungsfindung durch staatliche Institutionen ermöglichen, indem ihnen relevante Kontextinformationen zur Verfügung gestellt werden.
Verbesserung des Tool-Designs: Das derzeitige Überwachungstool wird modifiziert, um seine Flexibilität und Interaktivität zu verbessern. Diese Verbesserungen werden es den Nutzern ermöglichen, historische Dürreinformationen effizienter abzurufen, was umfassende Analysen und Bewertungen unterstützt.
Implementierung eines Prognosealgorithmus: In droughtmap-ASB wird ein Prognosealgorithmus mit Datensätzen und Modellen des GFZ Potsdam implementiert, um die Vorhersage künftiger Dürreereignisse zu ermöglichen. Dabei werden historische Daten und relevante Umweltfaktoren herangezogen, um potenzielle Dürreereignisse vorherzusagen und so eine proaktive Entscheidungsfindung und Planung zu unterstützen.
Erwartete Ergebnisse
Neben der Erreichung der übergeordneten Ziele des GCA-II-Projekts wird die MLU eine wichtige Rolle bei der Förderung des Fortschritts in zwei Schlüsselbereichen spielen: technische Innovation und Anpassung sowie Kommunikation und Entscheidungsunterstützung für die Politikgestaltung.
Technische Innovation und Anpassung
- Notwendige Anpassungen des Tools, um eine bessere Anbindung an nationale Regulierungsformate zu erreichen;
- Einbeziehung zusätzlicher Dürreindikatoren (z. B. für regenabhängige Landwirtschaft), um andere von Dürre betroffene Agrarregionen zu identifizieren und die Tools kontinuierlich weiterzuentwickeln;
- Ausweitung des Dürreüberwachungsgebiets auf benachbarte Regionen;
- Anzeige von erweiterten Informationen, z. B. nationale und regionale Management-Grundkarten zur Wasserversorgung und -nutzung sowie Klimavariablen, um eine bessere Nutzung des Tools durch staatliche Institutionen zu ermöglichen;
- Flexiblere und interaktivere Gestaltung des aktuellen Überwachungs-Tools, um den Abruf historischer Dürreinformationen zu ermöglichen;
- Implementierung eines Algorithmus zur Dürrevorhersage.
Kommunikation und Entscheidungsunterstützung für die Politikgestaltung
Regelmäßige Kommunikation und Konsultationen mit Vertretern der hydrometeorologischen Dienste und anderen regionalen Interessengruppen sind aus folgenden Gründen erforderlich:
- Weiterer Ausbau der Kapazitätsaufbauaktivitäten;
- Verstärkte Akzeptanz und Eigenverantwortung für die nachhaltige Umsetzung der Instrumente durch die Hydromet-Dienste und andere Interessengruppen;
- Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Ländern Zentralasiens;
- Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Informationszentrum der Zwischenstaatlichen Kommission für Wasserverteilung in Zentralasien (SIC-ICWC), um die Akzeptanz der vorgestellten Lösungen zu erhöhen;
- Bereitstellung und Verbreitung umfangreicher Materialien (z. B. Werkzeugdokumentation, Handbücher, Handlungsempfehlungen in englischer und russischer Sprache) für konkrete Nutzer der Instrumente einerseits und zur Steigerung der allgemeinen Sichtbarkeit andererseits;
- Technische Unterstützung der hydrometeorologischen Dienste durch Bereitstellung von Ausrüstung und Computern, um die Nutzung des Tools sicherzustellen.



















