Zum Inhalt springen

Bewertung der Makroplastikverschmutzung entlang einer Gezeitenstraßenküste mithilfe innovativer Techniken (PLAST-MESS)

Projekt: Bewertung der Makroplastikverschmutzung entlang einer Gezeitenstraßenküste mithilfe innovativer Techniken

Obwohl die Plastikverschmutzung heute zu den wichtigsten Umweltproblemen zählt, besteht weiterhin eine Wissenslücke hinsichtlich der räumlichen Verteilung, des Transports und der Ablagerungsmechanismen von Plastikpartikeln in der Umwelt. Dieses Projekt zielt darauf ab, mithilfe unbemannter Luftfahrtsysteme (UAS), umgangssprachlich Drohnen genannt, und maschinellem Lernen (ML) einen schnellen, halbautomatisierten Arbeitsablauf zu entwickeln, um die Rolle von Gezeitenströmungen und anderen Faktoren (z. B. Flussüberschwemmungen, menschliche Aktivitäten) bei der Umverteilung von Plastik in der Umwelt, insbesondere entlang der Küste der Straße von Messina (Sizilien, Süditalien), zu untersuchen.

Diese Doktorarbeit untersucht den Einfluss der Küstenströmungen und des fluvialen Transports auf die Verteilung von Makroplastik in der Straße von Messina in Süditalien. Die Straße von Messina verbindet das Tyrrhenische und das Ionische Meer und weist eine der weltweit höchsten Dichten an Meeresmüll auf. Diese hohe Ansammlung ist auf die starken Strömungen und das Vorkommen von sogenannten Fiumara, reißenden Flüssen, zurückzuführen, die bei Sturzfluten große Mengen an Meeresmüll transportieren können. Die Forschung verfolgt einen multidisziplinären Ansatz und analysiert meteorologische Daten, Luft- und Drohnenaufnahmen sowie einen Algorithmus für maschinelles Lernen. Anhand von Niederschlagsdaten und Luftbildern werden die Flussabflüsse in der Region und deren Auswirkungen auf die Verteilung des Meeresmülls analysiert. Zudem werden mögliche saisonale Muster untersucht. Die Luftbilder ermöglichen eine umfassendere räumliche Analyse der Müllverteilung. Die UAV-Untersuchung erfasst Bilder von Kunststoffen, und ein Algorithmus für maschinelles Lernen wird entwickelt, um diese Bilder zu analysieren und Kunststoffe darin zu erkennen. Mithilfe dieses Algorithmus können große Datensätze ausgewertet werden, was umfassende Ergebnisse sowie potenzielle Hinweise auf die Herkunft des Plastikmülls liefert. Im Rahmen der Feldarbeit wurden zudem multispektrale Daten erhoben, um zu prüfen, ob diese die Erkennung und Klassifizierung verschiedener Müllarten in unserer Studie unterstützen können. Darüber hinaus untersuche ich die Ähnlichkeiten zwischen Kunststoffen und dem durch marine Dynamik bedingten Verhalten von Sedimenten, um mögliche Korrelationen zu identifizieren. Dieser neue Ansatz kann als Sedimentologie von Kunststoffen bezeichnet werden. Er ermöglicht es auch zu prüfen, ob Kunststoffe als Marker für Sedimente dienen können.

Partner & Finanzierung