Hintergrund und Ziele
Im Rahmen des geförderten ELER-Vorhabens sollen im Einzugsgebiet der Lindauer Nuthe oberhalb von Lindau (Stadt Zerbst/Anhalt, Westfläming; Sachsen-Anhalt), exemplarisch für die landwirtschaftlich genutzten Moore Sachsen-Anhalts, die Herangehensweise, Umsetzung und Verfahrensabläufe von Maßnahmen zum Moorbodenschutz und Verbesserung des Wasserrückhalts praktisch durchgeführt bzw. messtechnisch und naturschutzfachlich begleitet werden.
Übergeordnetes Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines auf andere Moorstandorte übertragbaren, nachhaltigen Nutzungskonzeptes für das Gebiet der oberen Lindauer Nuthe, welches aufbauend auf dem Status quo die geplanten Maßnahmen zu Moorbodenschutz, Erhöhung des Wasserrückhalts und nachhaltiger landwirtschaftlicher Nutzung, in Abstimmung mit Kooperationspartnern und lokalen Akteuren, umsetzt.
Teilziele
- Erprobung der Umsetzbarkeit von Wiedervernässungsmaßnahmen unter den Klimabedingungen und dem sich ändernden Wasserhaushalt Mitteldeutschlands unter Beibehaltung einer landwirtschaftlichen Grünlandnutzung
- Wissenschaftliche Begleitung und Monitoring der ökologischen Auswirkungen
- Revitalisierung von Teilbereichen des Niedermoors `Nedlitzer Niederung` und dessen Torfkörpers durch Wassereinstau sowie Anpassung des Bewirtschaftungskonzepts für wiedervernässte Grünlandstandorte
- Erprobung der Einbindung des regionalen Gewässerunterhaltungsverbands (UHV Nuthe/Rossel) in die Umsetzung des regionalen Wasserrückhalts
Methodischer Ansatz
- Analyse und laufendes Monitoring des aktuellen ökologischen Gebietszustandes (Torfmächtigkeit, Torfqualität, C-Freisetzung, Flora)
- Schaffung der rechtlichen/infrastrukturellen Voraussetzungen für die Erhöhung des Wasserrückhalts (Staumanagement)
- Installation und Betrieb eines Messnetzes zur Erfassung der ökologischen Effekte und der Auswirkung auf den Moorkörper durch die Erhöhung des Gebietswasserrückhalts
- Untersuchungen zu umsetzbaren Einstauhöhen zur Gewährleistung der Wiedervernässung und Bewirtschaftbarkeit der Grünlandflächen einschließlich Messung der Umweltauswirkungen (jahreszeitliche Dynamik der Grundwasserstände im Moor, Abflussmessungen, Stoffausträge über Abfluss und Ausgasung (N und C), Futterbewertung, Vegetationsuntersuchungen)
Erwartete Ergebnisse
- Verbesserung der ökologischen und hydrologischen Funktionen von Moorflächen
- Umsetzung eines ökologisch verträglichen und nachhaltigen Nutzungskonzepts für die Grünlandflächen in enger Kooperation mit den Flächennutzern
- Bilanzierung der Umweltauswirkungen und Klimarelevanz der Maßnahmen
- Sensibilisierung und Weiterbildung der Bevölkerung, Behörden und weiterer Stakeholder Akteure für die Thematik der Ziele und Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes
- Erarbeitung eines Leitlinienkatalogs zur Moorrenaturierung in Sachsen-Anhalt einschließlich der Erprobung zur Umsetzung der Maßnahmen durch einen Unterhaltungsverband



