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Wiedervernässung eines Niedermoors in der Nedlitzer Niederung (ReMoWaNN)

Projekt: Wiedervernässung eines Niedermoors in der Nedlitzer Niederung

Natürliche Moore fungieren als Kohlenstoffsenken und sind daher für den Klimaschutz von erheblicher Bedeutung. Zugleich sind sie wichtige Elemente für Wasserrückhalt, Landschaftswasserhaushalt und Biodiversität. Durch die Entwässerung der Moore und den klimawandelbedingten Rückgang der Wasserverfügbarkeit besteht die Gefahr der fortgesetzten Degradation der Torfkörper mit den daraus resultierenden negativen Folgen für die Landschaftsökologie und das Klima. Aus diesem Grund verpflichtet das EU-Renaturierungsgesetz (Nature Restoration Law; 27.02.2024) zur Wiederherstellung funktionsfähiger, resilienter Ökosysteme, insbesondere von Mooren. Kenntnisse zu den Auswirkungen von Wiedervernässungen landwirtschaftlich genutzter, meist entwässerter Moore unter den Standortbedingungen Sachsen-Anhalts liegen nicht vor.

Hintergrund und Ziele

Im Rahmen des geförderten ELER-Vorhabens sollen im Einzugsgebiet der Lindauer Nuthe oberhalb von Lindau (Stadt Zerbst/Anhalt, Westfläming; Sachsen-Anhalt), exemplarisch für die landwirtschaftlich genutzten Moore Sachsen-Anhalts, die Herangehensweise, Umsetzung und Verfahrensabläufe von Maßnahmen zum Moorbodenschutz und Verbesserung des Wasserrückhalts praktisch durchgeführt bzw. messtechnisch und naturschutzfachlich begleitet werden.
Übergeordnetes Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines auf andere Moorstandorte übertragbaren, nachhaltigen Nutzungskonzeptes für das Gebiet der oberen Lindauer Nuthe, welches aufbauend auf dem Status quo die geplanten Maßnahmen zu Moorbodenschutz, Erhöhung des Wasserrückhalts und nachhaltiger landwirtschaftlicher Nutzung, in Abstimmung mit Kooperationspartnern und lokalen Akteuren, umsetzt.

Teilziele

  • Erprobung der Umsetzbarkeit von Wiedervernässungsmaßnahmen unter den Klimabedingungen und dem sich ändernden Wasserhaushalt Mitteldeutschlands unter Beibehaltung einer landwirtschaftlichen Grünlandnutzung
  • Wissenschaftliche Begleitung und Monitoring der ökologischen Auswirkungen
  • Revitalisierung von Teilbereichen des Niedermoors `Nedlitzer Niederung` und dessen Torfkörpers durch Wassereinstau sowie Anpassung des Bewirtschaftungskonzepts für wiedervernässte Grünlandstandorte
  • Erprobung der Einbindung des regionalen Gewässerunterhaltungsverbands (UHV Nuthe/Rossel) in die Umsetzung des regionalen Wasserrückhalts

Methodischer Ansatz

  • Analyse und laufendes Monitoring des aktuellen ökologischen Gebietszustandes (Torfmächtigkeit, Torfqualität, C-Freisetzung, Flora)
  • Schaffung der rechtlichen/infrastrukturellen Voraussetzungen für die Erhöhung des Wasserrückhalts (Staumanagement)
  • Installation und Betrieb eines Messnetzes zur Erfassung der ökologischen Effekte und der Auswirkung auf den Moorkörper durch die Erhöhung des Gebietswasserrückhalts
  • Untersuchungen zu umsetzbaren Einstauhöhen zur Gewährleistung der Wiedervernässung und Bewirtschaftbarkeit der Grünlandflächen einschließlich Messung der Umweltauswirkungen (jahreszeitliche Dynamik der Grundwasserstände im Moor, Abflussmessungen, Stoffausträge über Abfluss und Ausgasung (N und C), Futterbewertung, Vegetationsuntersuchungen)

Erwartete Ergebnisse

  • Verbesserung der ökologischen und hydrologischen Funktionen von Moorflächen
  • Umsetzung eines ökologisch verträglichen und nachhaltigen Nutzungskonzepts für die Grünlandflächen in enger Kooperation mit den Flächennutzern
  • Bilanzierung der Umweltauswirkungen und Klimarelevanz der Maßnahmen
  • Sensibilisierung und Weiterbildung der Bevölkerung, Behörden und weiterer Stakeholder Akteure für die Thematik der Ziele und Umsetzung des EU-Renaturierungsgesetzes
  • Erarbeitung eines Leitlinienkatalogs zur Moorrenaturierung in Sachsen-Anhalt einschließlich der Erprobung zur Umsetzung der Maßnahmen durch einen Unterhaltungsverband